
Am Samstag, 30.Mai 2026 – da war es so weit – die Jubiläumszuchtschau der LG Hessen in Zusammenarbeit mit den quer in Deutschland liegenden Landesgruppen und einem leichten „abhängen“ nach Südwest fand statt.
Mittendrin im Nichts – und dank Navigationssystem (oder eben einer Landkarte) trotzdem gut zu finden – der Veranstaltungsort Landhotel Grashof in Kalbach – einem Fleckchen im „Naturpark Hessische Rhön“.
Idyllisch gelegen und für eine Veranstaltung mit über 50 Weimaraner in allen Altersklassen – ein perfekter Ort. Getreu dem Motto des FC Bayern „alle in Rot“ fanden wir in Kalbach „alle in Grün“ 🙂 vor. Weitläufig waren die Ringe angelegt und extra dafür ein Teil einer ansonsten noch ungemähten Wiese gekürzt, weit dahinter – hinter einem recht breiten Waldstück – der Wesenstest. Das Landhotel selbst mit einem großen Biergarten ausgestattet, in welchem Getränke und von der LG Hessen gegrillte Wildschweinbratwürste als Tagesstärkung erstanden werden konnten. Ein Spielplatz war da, genug Fläche für die Hunde, schattige Parkplätze und etliche Stromtankstellen – ganz klar….. ansonsten kommst Du da am Ende nicht mehr weg 🙂


Die Anmeldung war im Hotel untergebracht – ebenso die Kataraktuntersuchungs“stätte“. Wobei man da schon sagen muss – das Angebot, die Untersuchung zu machen war super , wurde auch angenommen – für Hunde, die im Anschluss die Zuchtschau laufen mussten – suboptimal, hatten wir überwiegend strahlenden Sonnenschein.
Die LG Bayern war – ohne großartige Absprache – auch vertreten. Große Teile des Messeteams fanden sich aus unterschiedlichen Gründen ein. Teils wg. der Kataraktuntersuchung, teils aus Neugierde – wie die Zucht sich so entwickelt und teils, weil der Züchterehrenpreis der LG Bayern, welcher zuletzt unserem nördlichsten Mitglied, Folma Rademacher, zuteil wurde – wieder zurück in den Süden musste – wird er doch demnächst wieder verliehen.

Das war sie also – eine kurze Zusammenfassung einer wirklich gelungenen Zuchtschau. Das anschließende Programm muss auch noch richtig toll gewesen sein – „grüner Abend“, Tombola und so – darüber kann hier aber, mangels Teilnahme, nicht berichtet werden. Dies ist der Homepage der LG Hessen, sicherlich auch mit etlichen Bildern belegt, zu entnehmen.
… und dann noch ein kurzer Nachtrag…
„wir“ alle führen Weimaraner. Ein Weimaraner ist und bleibt ein Weimaraner. Auch wenn diese „Mannschärfe“ unpopulär und nicht mehr gewollt ist, in manchen Linien steckt sie drin. Auch, wenn sie nicht in der Linie steckt – manchmal bricht sie einfach durch. Was 100 Jahre gewollt war, kann nicht plötzlich verschwinden, nur weil der Mensch es nicht mehr möchte. Ein Weimaraner braucht Führung – und nicht nur einen Leinenhalter. Der Weimaraner muss von Anbeginn erzogen und „gemaßregelt“ werden in Dingen, die er nicht darf. Andere Hunde anknurren oder mit anderen Rüden Machtproben veranstalten z. B., sich in den Vordergrund schieben, z. B. kläffend an der Tür stehen, z. B. nicht auf´s Wort hören z. B. – Sitz in einer halben Posititon ausführen, er hat nicht im Auto zu toben, wenn ich darin bin, er muss mich auch nicht verteidigen, wenn er neben mir an der Leine ist, nicht nach anderer Leute Hand schnappen usw. usf. Das hat alles nichts mit der Mannschärfe zu tun. Das sind Führerfehler – das ist ein Mangel an konsequenter Erziehung, Mangel des frühen Erkennens unerwünschter Handlungen… und dem Mangel an Wissen, was aus dem Verhalten werden kann.
Zu glauben, dass unser Wesenstest hier aussagekräftig ist – das ist Wunschdenken. Ich kenne keinen einzigen Führer, der seinen Hund auf den Wesenstest nicht vorbereitet hätte und unerwünschtes Verhalten abtrainiert.
Bei einem Weimaraner kann sich eine zu wenig konsequente Erziehung unschön auswachsen (bei einem Dackel vielleicht auch – aber da kannst im Zweifel noch darüber lachen). Zu erkennen wäre das in recht früher Zeit – so ab dem 8. Monat ca. – man muss es merken und vor allen Dingen etwas dagegen tun. Einem Weimaraner „freie“ Hand in der Entfaltung zu lassen – kann blöd ausgehen. Wenn der Hund ausgewachsen ist – oder „plötzlich“ mindestens 30 kg wiegt, dann bedarf es einer Portion Mut, sich seinem eigenen Hund zu stellen und diesem Muskelpaket eine Ansage zu machen. Eine Ansage bedeutet nicht, an der Leine zu rupfen und mahnend den Finger zu heben, eine Tube Leberwurst als Ablenkungsmanöver vor die „Fresse“ zu halten oder ein Leckerlie vor die Nase. Ein Weimaraner sollte auf gar keinen Fall der Chef in der Familie werden oder Menschen, die auf mich zutreten wollen durch „Querstellen“ sperren. Ein Weimaraner muss frühzeitig lernen, dass wenn der Mensch dabei ist – er nichts zu melden hat. Und trotzdem wird es passieren, dass er Menschen im Wald stellt oder Jogger, die plötzlich um die Ecke biegen – dann war der Führer zu langsam.
Problem heute ist, dass alles glorifiziert und entschuldigt wird. Wir haben es mit einem Tier zu tun. Bis zu dem Hund ist die sich verändernde Art der Erziehung und welch positive Eigenschaften das für die Entwicklung hat, noch nicht durchgedrungen. Wenn man offenen Auges in eine Wurfkiste schaut, wird deutlich, wie Hundeerziehung funktioniert. Ein weiteres Problem heute ist, dass Menschen, die wissen würden wie es geht – aus Sorge in einen Fettnapf zu treten, den Mund halten. Mehr als „da solltest Du langsam mal was dagegen tun“ – wird von erfahrenen Hundeführern heute fast keiner mehr zu hören bekommen.
Ho´Rüd´Ho´ und „Weimaraner voran!“
